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Die Winterpilze haben es in sich: Vitamine und Mineralstoffe

Die meisten Schwammerl-Freunde frönen ihrer Leidenschaft, dem Pilzsuchen, bevorzugt im Frühling, Sommer und Herbst – obwohl doch das Aufspüren dieser Wald-Erzeugnisse in der kalten und dunklen Jahreszeit seinen besonderen Charme hat. Im ruhenden Forst, vielleicht sogar bei Eis und Schnee, nach Essbarem zu suchen, hat einen besonderen Zauber – und lässt uns erahnen, wie schwer für unsere frühen Vorfahren, lange bevor es Supermärkte gab, das Überleben wohl gewesen sein mag.
Der Winter ist die Zeit der Baumpilze – sie sind zwar dünn gesät, doch ihre Inhaltsstoffe belohnen den fündigen Sammler (oder jenen, der sie käuflich erwirbt).
Da gibt es den Austernpilz oder Austernseitling (Pleurotus ostreatus); er ist nicht nur figurfreundlich, weil kalorienarm, sondern liefert uns die Vitamine B1 und B2 sowie Folsäure, Kalium und Phosphor. Zu seinem Namen ist er wohl gekommen, da sein Aussehen dem von Austernbänken gleicht; er ist ein frostiger Geselle – seine Fruchtkörper kann er nur bei Minusgraden bilden.
Der gemeine Samtfußrübling (Flammulina velutipes) dagegen fühlt sich bei Temperaturen von 0 bis 15 Grad, darunter ist es ihm zu kalt, auf Baumstümpfen, Stämmen und Ästen von Laubgehölzen (Buchen, Erlen, Weiden …) wohl. Mit seinem honiggelben, klebrigen Hut ist dieser Lamellenpilz von November bis März recht gut zu erkennen. Geschätzt wird sein mild-nussiger Geschmack und seine Inhaltsstoffe, Vitamin C und Vitamine der B-Gruppe sowie Antioxidantien, die uns vor freien Radikalen schützen.
Fast auf der ganzen Welt zuhause ist das Judasohr (Auricularia auricula-judae), gut bekannt auch als Mu-Err, Black Fungus, Ohrlappenpilz, Wolkenohrenpilz, Holunderpilz oder -schwamm. Sein rötlich-brauner Fruchtkörper erinnert tatsächlich an Ohrläppchen und findet sich ganzjährig an Laubgehölzen, auch an abgestorbenen, hierzulande benutzt er gerne den Holunder als Wirt. Die spezielle Bezeichnung Judasohr gründet auf der schaurigen Erzählung, dass Judas sich, nachdem er Jesus verraten hatte, an einem Holunderbaum stranguliert habe.
Was generell bei Pilzen gilt, muss auch bei den winterlichen Sorten selbstverständlich sein: Aufgrund der Verwechslungsgefahr sollte man als Laie immer einen Fachmann zu Rate ziehen; sonst kann sich der gesundheitliche Nutzen schnell ins Gegenteil verkehren.
 
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